Steinrinne Bilzingsleben​ erwartet Sie mit neuer 3D-Visualisierung



Von den unvorhersehbaren Ereignissen im Zuge der Corona-Pandemie war auch die Ausstellung auf der Ausgrabungsstätte Steinrinne betroffen. So musste der Start der Sommersaison verschoben werden, da die spezifische räumliche und personelle Situation eine Öffnung der Anlage und Führungen für Besucher vorübergehend nicht zugelassen hat.

Am 1. Juli 2020 konnte die Ausstellung ihren Betrieb endlich wieder aufnehmen. Die Zeit ohne Besucherverkehr hat das Team der Ausgrabungsstätte nicht nur genutzt, um notwendige Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen umzusetzen, sondern auch, um die Ausstellung weiter zu aktualisieren und zu modernisieren.

So erwartet die Besucher auch in diesem Jahr eine neue Attraktion. Nachdem wir bereits im letzten Jahr die digitalen Rekonstruktionen des Urmenschen von Bilzingsleben, der riesigen Altelefanten, der beeindruckenden Waldnashörner und der gigantischen Mosbacher Löwen präsentieren konnten, wird dieses Angebot dieses Jahr um die Höhlenhyäne erweitert.

Vor gut 400.000 Jahren war die Höhlenhyäne ein bestimmendes Element der thüringischen Landschaft, so wie es ihre sehr enge Verwandte, die Tüpfelhyäne, auch heute noch in den Steppen und lichten Wäldern Afrikas südlich der Sahara ist.

Das Thüringer Becken ist nicht sehr reich an Höhlen und so mag der Name dieses Tieres etwas verwirren. Doch dieser Name hat einen forschungsgeschichtlichen Hintergrund. Die ersten Funde von Knochen dieses Tieres wurden zu Anfang des 19. Jahrhunderts in verschiedenen Höhlen in Mitteleuropa gemacht. Dies liegt jedoch nicht daran, dass diese Höhlen der bevorzugte oder gar ausschließliche Lebensraum dieser Tiere waren, sondern an dem Umstand, dass sich Knochen in den vor Wind und Wetter relativ geschützten Höhlen deutlich besser erhalten haben als in offenen Landschaften.

Heute wissen wir, dass die Höhlenhyäne in ihren Ansprüchen an die Umwelt sehr flexibel war und vom Gebirge bis ins Tiefland, vom Wald bis in die Steppe jedes Biotop besiedelte. Zudem gehört die Höhlenhyäne zu den wenigen Tierarten, die während des Eiszeitalters sowohl in den Kaltphasen – den sogenannten Eiszeiten – als auch in den Warmphasen – also Klimaphasen mit Bedingungen ähnlich den heutigen – leben und überleben konnte. Auch darin zeigt sich die fast unglaubliche Anpassungs- und Überlebensfähigkeit dieser Art.

Wenn Sie mehr über dieses faszinierende Tier, die anderen Lebewesen der thüringischen Steppe vor 400.000 Jahren und die ersten Menschen, die in unserer Heimat lebten, erfahren wollen, freuen wir uns, Sie auf der Ausgrabungsstätte Steinrinne bei Bilzingsleben begrüßen zu können.


Geöffnet ist die Ausstellung täglich (außer Montag) von 10.00 bis 16.00 Uhr.


Kontakt:
steinrinne@googlemail.com

Mobil: +49 1512 9201571